Neu

Traum vom Pop

Ich fuhr mit der U-Bahn durch Berlin. Ich wollte nach Hause. Beim Halt auf einer Station sah ich ein Mädchen, die vor einem Mikro stand, in der Hand eine Gitarre. Auf dem Boden vor ihr, ihre kleine Box, aus der ihre Stimme und ihre Gitarre zu hören waren. Sie stand mitten im Menschengewühl des Bahnsteigs. Ein gewohntes Bild, wie das im Bildschirm vor mir, im Waggon, in dem ich stand, wo stumm die Ankündigung einer Castingshow lief, wo junge Leute wetteifern, um berühmt zu werden als Pop Star. Das Sprachengewirr in der U-Bahn umtoste mich, es war vollster Berufsverkehr, um diese Zeit waren viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern unterwegs. Ich kam vom Gespräch mit meinem Verlag über das Buch, was ich schreiben wollte, worin es um die Jahre meiner Karriere mit meiner Band PANKOW geht, mit der ich immer noch auf der Bühne stehe. Darin soll es auch um den Traum gehen, es ist der gleiche Traum, den ich gerade vor mir bei dem Mädchen sah, was singend auf dem Bahnsteig stand, der auch die Begeisterung des Publikums in der Show auf dem Bildschirm vor mir auslöste, den so viele Menschen auf der Welt träumen, den auch ich mit über 60 Jahren immer noch träume, auch nach über 40 Jahren auf der Bühne, es ist der Traum vom Pop, vom Berühmt sein, vom Lied, was einmal, aus meiner Kehle gesungen, erklingt, was mit Worten ausdrückt, was ich nicht sagen kann, womit ich andere erreiche, womit ich meinem anderen Leben entfliehe, vom Singen über alle Grenzen, über alle Sprachen hinweg, über alle unterschiedlichen Gesellschaftssysteme, einmal der Star auf der Bühne sein. Der Traum hört nie auf, hat mich nie verlassen, er steckt in allen Liedern, die ich sang oder schrieb, er wird auch im kommenden, noch zu schreibenden Buch stecken.


Das Kälbchen

An den Gefühlen meiner Mutter und meines Bruders, die sich mir übertrugen, als ich das Lied „Das Kälbchen“ als Kind, von Ihnen gesungen anhörte, hat sich eingebrannt, dass seine Worte mehr mit mir zu tun haben, als ich wahr haben wollte.

Das Lied „Das Kälbchen“ erscheint im Argonverlag auf dem Sampler, „Hier lebst du“